Indeland Triathlon 2022

12.06.2022 Indeland Triathlon

Beim Indeland Triathlon war ich bereits häufig am Start und kann diesen auch für Einsteiger nur empfehlen. Das beschauliche Aldenhoven veranstalltet jährlich ein Triahlonfest mit Distanzen von Sprint über Olympisch bis zur Mitteldistanz.

Das Schwimmen im Blausteinsee stellt den Anfang dar und für mich standen mit dem Sprint da 500m auf dem Plan. Nach guten neun Minuten kam ich aus dem Wasser und machte mich auf zur "Wechselzone des Todes". Diese liegt nämlich nicht direkt am See sondern am Parkplatz, der gefühlt so hoch wie die Zugspitze liegt. Mit dem höchsten Puls im gesamten Wettkampf komme ich als endlich am Rad an und trenne mich von meiner zweiten Haut (dem Neo). Ab in die Radschuhe und eine 1A Zeit in den Asphalt gebrannt. Mit knapp 40km/h Schnitt und damit der viertbesten Radzeit kam ich in die zweite Wechselzone in Aldenhoven.

Ab in die Laufschuhe und los geht`s. Erst eine Runde durch die City und dann aufs Feld. Da hier mit der Weile alle Distanzen zusammen laufen, kann ich mich durch das Feld pflügen. Gerade die längeren Distanzen sind da ja mit einer langsameren Geschwindigkeit unterwegs. Mit den 5km in unter 20 Minuten kann ich mich in der Gesamtwertung auf den sechsten Platz schieben. Meine Altersklasse habe ich damit gewonnen!

Wie jedes Jahr war es wieder ein schöner und gut organisierter Wettkampf.

Bleibt gesund!

So far...
#keep on running.

 

Löwentriathlon 2022

29.05.2022 Löwentriahtlon

Hallo liebe Partygemeinde...
heute war das Motto: Laufen mit Vorbelastung.
Peter und ich haben uns aufgemacht in das beschauliche Feilingen im Westerwald um am Löwentriathlon teilzunehmen.
Es ging dabei um die Sprintdistanz mit 500m planschen, 20km Rad und anschliessendem 5km Waldlauf.
Nach ursprünglich schlechter Wettervorhersage war doch die meiste Zeit die Sonne draussen, was aber gerne über die doch recht kühlen 15 Grad hinwegtäuschte.
Vor allem der starke Wind lies die gefühlte Temperatur schnell absinken, vor allem wenn sich mal eine Wolke vor den roten Stern schob.
Der Postweiher bot eine ansprechnde Kulisse, und so stürzten wir uns nebeneinander in die Fluten.
Das war recht angenehm, da im Wasser kein Wind mehr war, und wir uns so schnell aufwärmen konnten.
Bei mir lief das Schwimmen ganz gut, nach starkem Anschwimmen habe ich bei der Hälfte etwas rausgenommen und kam zufrieden nach 9:15m aus dem Wasser.
Peter hatte etwas mehr zu kämpfen auf den ersten Metern, hat dann aber seinen Rhytmus gefunden und kam etwas hinter seinen Erwartungen mit an Land.
Mein Wechsel lief flüssig und so kam ich ordentlich nass auf die Radstrecke bei Gegenwind und dachte erst mal ich erfiere. Der Kurs war sehr fordernd, da es zum einen sehr windig war und zum anderen es immer entweder hoch oder runter ging.
Es mussten drei Runden absolviert werden, und ich habe nach der ersten Runde gemerkt, dass mein Zeitziel in weite Ferne rückt, habe aber trotzdem gleichmässig durchgezogen. Nach 33:44 ging es in T2. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch etwas enttäuscht über die Zeit.
Bei Peter sass der Wechsel bei seinem zweiten Triathlon noch nicht so flüssig und er hat dort etwas Zeit liegen lassen. Auf der Rastrecke hat er dafür eine gute Gruppe gefunden, die sich regelmässig überholt und gepusht hat. Allerdings musste auch er auf dem fordernden Kurs mehr Körner lassen als ihm lieb war. 

Die Laufstrecke bestand aus zwei 2,5km Runden, wobei es erst mal einen Kilometer nur bergan ging. So kam man gar nicht richtig in Tritt und ich dachte schon, dass es heute gar nicht mit dem Laufen funktioniert. Auf der zweiten Runde hatte ich dann aber einen guten Rhytmus so dass ich doch noch mit 21 Minuten ins Ziel kam. Nach dem harten Radpart und den Höhenmetern auf der Strecke war das erst mal OK.
Peter konnte in der letzten Disziplin seine Karten ausspielen, hat aber am Anfang nicht so richtig funktioniert. Auf dem Berganstück lief es noch nicht rund und auf dem bergabteil gabs erst mal Seitenstechen. Allerdings hat ers sich dann schnell gefangen und mit 19:02 die zweitschnellste Laufzeit in den Schotter gebrannt.
Letztendlich wurde Peter guter 18. in der Gesamtwertung. Bei mir sprang überraschend der dritte Rang raus.


so far
#keeponrunning

 

Coronajahr und endlich ein Wettkampf

26.09.2020 Coronajahr und endlich ein Wettkampf

Leider ist nach dem Saisonstart ja einiges passiert. Corona hat der Welt seinen Stempel aufgedrückt und es sind alle Wettkämpfe zuerst verschoben und letztendlich dann abgesagt worden.

Das Training habe ich soweit durchgezogen. Ein Ziel war noch nicht abgesagt, und da wollte ich mich nachher nicht fragen müssen, warum ich nix getan habe.

Ich hatte noch lange Hoffnung, das mein Saison-Highlight (der Ironman Zell am See) Ende August noch stattfinden wird. Aber ich wurde leider enttäuscht. Und so sagt mir meine Garmin zwar: "Du bist in Höchstform", aber ich konnte es nicht zeigen.

Vor vier Wochen kam dann die Nachricht, dass ein 10km Lauf in Bergheim stattfinden soll. Mit aktuellem Hygienekonzept und reduziertem Starterfeld. Da habe ich mich natürlich direkt angemeldet und noch einmal etwas Gas gegeben im Training. Für irgendetwas muss dieses 2020 ja noch gut sein. Nach dem echt super Sommer war dann die Wettervorhersage für das Rennen 15 Grad und Regen. Da dachte ich mir, kann doch echt nicht wahr sein. Der kälteste Tag seit 6 Monaten, aber was soll`s. Es war zum Glück trocken, aber windig, so dass es in der Zeit vor dem Start etwas kalt wurde. Das Rennen wurde in 30er Gruppen gestartet, so das man das Feld dadurch etwas entzerrte. Die Folge war natürlich, dass man keine Ahnung hatte, wo man im Rennen liegt. Aber das war egal. Pünktlich um 18.30 startete das Rennen, und ich war im vierten Block an der Reihe. Es mussten drei Runden â 3,33km gelaufen werden. Der Kurs war etwas eckig, so dass ich nicht mit Top-Zeiten gerechnet habe, aber kein Grund nicht endlich mal wieder richtig zu ballern. In der ersten Runde musste ich viele Starter überholen und wurde selber gar nicht überholt. Das gab auf jeden Fall ein gutes Gefühl, und als ich mit 12:30 in die zweite Runde ging dachte ich mir, das ist eigentlich viel zu schnell. Also habe ich in der zweiten Runde etwas rausgenommen und bin die in 13:00 gelaufen. Kurze Hochrechnung: Die Bestzeit von 38:54 ist drin. Dafür habe ich für die dritte Runde 13:24 Zeit. Das sollte doch machbar sein. Ich habe dann nochmal alles rausgehauen und im Ziel stand dann eine 38:14. Damit hatte ich meine Bestzeit auf 10km deutlich unterboten.

Somit beginnt die Saison mit dem Rennen mit dem sie auch endet. Aber mit einer Bestzeit war 2020 ja doch nicht verloren.

Bleibt gesund!

So far, keep on running.

 

Saisonbeginn 2020

06.03.2020 Saisonbeginn 2020

Nach einem guten Wintertrainingsblock mit hohem Umfang ging es im Januar mit der Laufsaison los.

Als erstes Stand am 19. Januar der Pulheimer Wintermarathon an. Vom BTW waren wir mit 18 Läufern in drei Staffeln am Start. Ich war Startläufer im A-Kader und musste damit vorne so richtig Dampf machen. Leichter gesagt als getan. Nach dem Startschuss habe ich erst mal Gas gegeben und merkte nach einem Kilometer in 3:35: Das ist ein bisschen schnell. Dummerweise konnte ich die Spitzengruppe zu diesem Zeitpunkt schon gar nicht mehr sehen. Nichtsdestotrotz habe ich mein Pacing etwas angepasst und bin dann nach der Extraschleife von 2,2 km auf die 5km Runde gegangen. Die Gerade raus aufs Feld mit Gegenwind trug hier nicht dazu bei, den Spasslevel zu erhöhen. Nach der Wende ging es ein Stück bergan, was den Laktatspiegel in den Muskeln noch oben schnell liess. Danach waren es noch knapp zwei Kilometer ins Ziel. Zum Schluss habe ich noch mal alles rausgehauen und den Staffelstab übergeben, den ich in den 27 Minuten zuvor krampfhaft festgehalten habe. Die 7,2km in 27:20 bedeuten 3:47/km und damit war ich dann doch sehr zufrieden. In der Gesamtwertung sind wir am Ende mit einer Marathonzeit von 2:39 auf einem guten neunten Platz gelandet.

Eine Woche Später ging es dann zu Porzer Winterlaufserie. Hier wollte ich drei mal über die 10km starten um ein paar schöne Tempoläufe zu machen. Vor dem ersten Lauf am 27. Januar habe ich mir allerdings beim Kart fahren eine schwere Rippenprellung zugezogen, die mir doch arg zu schaffen gemacht hat. Bei bestem Wetter hatten noch einige Leute nachgemeldet, so dass über 600 Läufer an der Startlinie standen. Das hatte zur Folge, dass ich auf dem ersten Kilometer mangels Überholmöglichkeiten etwas ausgebremst wurde. Danach bin ich aber gut in einer Gruppe die erste Runde mitgelaufen und hatte nach der ersten von zwei Runden eine gute Zwischenzeit. Auf der zweiten Runde wurde es etwas härter und ich habe mich die ganze Zeit gefragt ob die Schmerzen in der Seite von der Rippenprellung oder doch Seitenstechen sind. Ich konnte aber meine Pace durchziehen und kam nach guten 39:26 als 39. ins Ziel. In meiner Altersklasse hat das dann für Platz 6 gereicht. Bei dem starken Feld war ich damit ganz zufrieden. Der erste Platz ging bei 31 Minuten weg, das ist schon der Wahnsinn. Das Auslaufen danach musste ich abbrechen, da ich doch grössere Rippen-Schmerzen dabei hatte.

Der zweite Lauf der Serie wurde leider vom Winde verweht. Sturmbedingt erfolgte am Abend vorher die Absage.

Der dritte Lauf am 01. März fand dann wieder bei Sonne und 8 Grad statt. Diesmal war ich erkältungsbedingt etwas angeschlagen und habe die zwei Wochen vorher nicht mehr richtig trainieren können. Nach den Erfahrungen vom ersten Lauf habe ich mich etwas weiter vorne beim Start einsortiert und konnte dadurch ungestört den ersten Kilometer laufen. Es waren allerdings auch "nur" 300 Läufer am Start. Nach der ersten Runde, die in etwa in der gleichen Pace wir beim ersten Lauf durchging fehlte mir auf der zweiten Runde etwas die Motivation voll durchzuziehen. Das einzige was ich schaffen wollte war unter 40 Minuten zu bleiben. Mit 39:46 hat das dann auch noch geklappt. Insgesamt kam ich damit auf den 11. Platz konnte aber überraschend meine Altersklasse gewinnen. Auch in der Serienwertung (von leider nur zwei Läufen) konnte ich meine Altersklasse gewinnen und kam in der Gesamtwertung auf den dritten Platz.

Damit fängt die Saison schon mal ganz gut an. Gesundheitlich bin ich auch langsam wieder fit. Nächster Wettkampf ist der Bonner Halbmarathon in gut sieben Wochen. Da soll die 1:27 fallen...

So far, keep on running.

 

Challenge Roth 2019

09.07.2019 Challenge Roth 2019
Triathlon - IRONMAN Distanz

 

Die Geschichte um diesen Triahtlon begann bereits vor drei Jahren.

Mich hat schon immer diese Distanz fasziniert und gerade Roth als das Mekka des Langdistanz-Triahtlons. Hier findet der größte Wettkampf der Welt über die IRONMAN Distanz bereits seit über 30 Jahren statt. Dementsprechende Mythen wie den Solarer Berg oder die Ankunft im eigens aufgebauten Finish-Line-Station sind in der Szene auf den must-have Listen ganz weit oben.

2017 habe ich meinen ersten Versuch gestartet. In kurz war nach einem für mich guten Schwimmen und auch guten Radpart nach 12km auf der Laufstrecke die Kraft zu Ende. Zwar kämpfte ich mich nach insgesamt 11:27h ins Ziel aber der Einbruch auf meiner Paradedisziplin überschattete die Freude über das gute Finish. Ich hatte also noch eine Rechnung offfen....

Die Familie, welche mich schon 2017 hervorragend unterstützt hatte wollte auch dieses Mal wieder dabei sein, und so ging es ein Jahr vor dem Event in die Vorbereitung. Die erste Hürde war, wie immer, erst einmal die Anmeldung zu schaffen. Ausgebucht in 40 Sekunden ist der absolute Wahnsinn. Nachdem ich meine Anmeldebestätigung hatte ging es darum eine Unterkunft zu buchen. Da mein "Fan-Club" seit 2017 zugelegt hat, ging es darum für 7 Erwachsene und 3 Kinder eine Unterkunft zu suchen. Hier wurden wir wieder am Brombachsee fündig.

Ab hier begann dann auch die wirkliche Vorbereitung.

Aufbauend auf den letzten Jahren hatte ich im Winter viel Laufen und auch auf der Rolle trainiert. Dazu habe ich dieses Jahr viele Fahrten ins Büro mit dem Fahrrad absolivert. Meine Gesamtleistung für 2019 würde sich auf 3000km Laufen und 5000km auf dem Rad summieren. Das Schwimmen habe ich etwas vernachlässigt, da mir das Training nicht viel Spass macht, und es wesentlich aufwendiger als die anderen Disziplinen ist. Als Vorbereitungswettkämpfe standen Indeland und Kraichgau an. Berichte von dort habe ich ja schon geschrieben. Die Form bis zum Sommer sah ganz gut aus, so dass es kurz vor dem Wettkampf ins Tapering ging.

Noch zwei Wochen...

...das bedeutet vor einer Langdistanz das Tapern beginnt. Auf deutsch: Die Umfänge im Training gehen deutlich zurück und man lässt dem Körper die Möglichkeit Kraft zu sammeln. Das ist wirklich gar nicht so einfach. Man fühlt sich TOP fit, darf es aber nicht rauslassen. Immer schön kurz laufen, mal etwas schnell, aber wenn es sich gut anfühlt eigentlich schon wieder rausnehmen, es geht ja darum Kraft zu tanken.

Noch eine Woche...

...das Kribbeln wird stärker. Abfahrt mit der Tross nach Roth ist bereits am Dienstag.um die Reisestrapazen nicht kurz vor dem Wettkampf zu haben. Ich habe dann den Wohnwagen geholt und alle Dinge die ich brauchen könnte eingepackt und dann ging es am ab nach Roth. Das Wetter scheint gut zu werden, hoffentlich nicht zu gut aber man kann es eh nicht ändern. Man muss nehmen was kommt.

Noch 4 Tage...

... Ankunft in Roth. Die Unterkunft war in der Nähe von der von 2017 am Brombachsee. Meine ganze Familie ist mitgekommen, was mich wieder total gefreut hat. Helena und die Jungs, meine Mutter, meine Schwiegereltern, Schwester mit Schwager und Kind. Wir sind zusammen eine Woche hier und werden dann den Sonntag gemeinsam erleben. Der gemeinsame Speiseplan wird bis Sonntag eine Variation verschiedener Nudelgerichte sein. Stichtwort - Carboloading. Möglichst viele Kohlenhydrate für das Rennen im Körper speichern.

Noch 3 Tage...

... erst einmal den Wohnagen zum Schwimmstart bringen. Eigentlich bringe ich den nur für eine Nacht mit, damit ich vor dem Start nicht so früh aufstehen und mit dem Auto anreisen muss. Neben der Wechselzone eins gibt es eine große Wiese die für Camping bereitgestellt wird.  Wohnwagen steht, auf gehts zurück zur Registrierung und die Startunterlagen abholen.

Der erste Besuch am Ziel. Das Stadion wird noch aufgebaut und auf der Triathlonmesse herscht reges treiben. Der Wahnsinn wie viele Beutel in der Registrierung liegen. Zwei nette junge Frauen im Dirndl überreichen mir nach dem Check meines Transponders meinen Beutel. Neben den Startunterlagen gibts noch ein Starnummernband, eine Kappe, ein Chipband, einen Wechselzonenrucksack und noch ein paar Dinge. Am Ausgang hängt die Finisher Medaille von diesem Jahr. Das ist das Ziel für Sonntag. Nach einem kurzen Gang über die Messe gehts zurück zur Unterkunft.

Noch 2 Tage...

... heute morgen ist Testschwimmen im Kanal. Da dieser eine Schiffahrtsstrasse ist, ist das schwimmen normalerweise verboten (und wird mit Rennausschluss bestraft) Also nutze ich das Zeitfenster um im leichten Regen einen Kilometer locker zu kraulen. Es sind schon wahnsinnig viele Athleten im Wasser. Der Test verläuft gut, so dass ich mich gemütlich umziehe und um 9 Uhr zur Wechselzone gehe. Ich kenne das ja alles bereits von vor zwei Jahren, aber das Gefühl wenn man hier vor Ort ist kann man gar nicht beschreiben. Ich bekomme beim tippen dieser Zeilen schon wieder Gänsehaut wenn ich daran denke.

Noch 1 Tag...

... morgen geht`s los. Das Rad und den Laufbeutel muss ich bis 16 Uhr in der Wechselzone 1 abgeben. Also drei mal die drei Beutel für Schwimmen, Rad und Laufen gepackt und gecheckt, dass ich auch nix vergesse. Dieses Jahr fahre ich alleine zumeinchecken. Das war im letztem Jahr etwas stressig. Ich stelle ich mein Rad auf und geniesse etwas die Atmosphäre. Es herrscht hektisches Treiben und man kann eine gewisse Spannung spüren. Jetzt muss ich noch  nach Roth ins Ziel. Da ist um 17 Uhr Wettkampfbesprechung. Die Besprechung gibt keine neuen Infos zu denen die ich schon hatte. Ich machen mich auf den Weg zur Unterkunft um noch mit der Familie zu Abend zu essen. Danach fahre ich zum Wohnwagen an den Start. Ich gehe nochmal in der Dämmerung ans Wasser und zur Wechselzone. Die Dunkelheit senkt sich langsam über die Szenerie, unterbrochen von den Flutlichtscheinwerfern, die die Wechselzone in gleissendes Licht tauchen. Dazwischen die Securityleute, die die Räder bewachen. Zurück im Wohnwagen checke ich zum 100. Mal meine Sachen für morgen und lege mir schon mal meine Verpflegung fürs Rad zurecht. Die Nacht wird wieder etwas unruhig aber ich konnte etwas schlafen. Die Aufregung macht sich langsam bemerkbar.

RACEDAY...

... als ich wach werde höre ich es auf dem Dach trommeln. Regen. Ich checke die Wetter APP und denke mir: Das darf doch nicht wahr sein. An DEM Tag kann es doch nicht regnen. Der Forecast sagt, dass es ab Neun Uhr aufhören soll. Mal sehen, kann man eh nicht ändern. Ich schnappe mir einen Schirm und gehe in die Wechselzone. Als erstes statte ich meine Fahrrad mit der Verpflegung aus und checke nochmal alles. Reifendruck - Tacho - Schaltung. Alles in Ordnung. Dann fange ich mich an umzuziehen. Der Regen hört fast auf. Ab in den Neo und gut alle kritischen Stellen einschmieren. Ich bringe meinen Beutel mit dem Wechselklamotten und gucke nochmal ob ich den Fanclub finde. Kurz bevor ich zum Start gehe sehe ich alle am Zaun und gehe nochmal hin. Es wird mir viel Glück gewünscht und ich mache mich auf zum Startbereich.

 

Noch fünf Minuten bis zum Start...

Ich checke in meinem Block ein und stehe mir 200 Athleten kurz vor dem Wasser. Wir dürfen nun zur Startlinie schwimmen. Der Kanal ist angenehm erfrischend. Ich lasse das Wasser durch den Neoanzug gleiten und richte ihn noch etwas aus. Gleich geht`s los. Dann wird sich zeigen ob ich genug trainiert habe. Ich versuche noch die Familie am Ufer zu erspähen, da ertönnt wieder der Kanonenchlag.

 

START. SWIM

 

Ich versuche möglichst locker loszuschwimmen und halte mich erst einmal am Rand des Feldes auf. Die Taktik geht gut auf und ich komme ohne großen "Feindkontakt" in meinen Rhytmus. Ziel ist es einfach locker durchzuschwimmen und nicht zuviel Kraft zu verschwenden. Nach 1,5km komme ich zur ersten Wende. Ich fühle mich noch gut. Jetzt geht es zwei Kilometer nur geradeaus. Die Strecke zieht sich etwas aber ich komme beständig dem Startbereich auf der anderen Seite des Kanls näher. Hier gehts gleich aus dem Wasser, noch knapp 20 Minuten. Etwas neidisch schiele ich auf die Athleten die bereits aus dem Wasser steigen. Es geht jetzt unter der Brücke durch, über die ich gleich dreimal mit dem Rad fahren werden. Am Ufer und auf der Brücke stehen soooo viele Menschen. Es ist der Wahnsinn. An der Wende angekommen gebe ich etwas Gas mit den Beinen. Ein bischen Blut in die unteren Extremitäten pumpen. Nach 1:14 komme ich aus dem Wasser (Meine Uhr zeigt 3,95km) und der erste Part ist erledigt. Eine Minute unter meinem Ziel und nur knapp zwei Minuten langsamer als vor zwei Jahren. Das Rennnen hat gut angefangen! Ich greife meinen Beutel und ab geht`s ins Wechselzelt.

 

WZ1

Im Wechselzelt kümmert sich direkt jemand um mich. Ich habe quasi einen persönlichen Assistenten. Nachdem ich mich aus dem Neo gepellt habe, ziehe ich schnell Socken, Radschuhe und Helm an. Im Gegensatz zum letzten Jahr  habe ich dieses Mal einen Einteiler an, und mir diesem auch schon vor dem Schwimmen angezogen. Das spart Zeit. Dann geht`s raus aus dem Zelt zum Rad. Auf dem Weg drücke ich mir noch eine halbe Banane rein. Nach der Markierung schwinge ich mich auf das Rad und fahre unter dem BikeStart Bogen durch. Direkt daahinter feuert mich Helena an. In der ersten Kurve steht meine Mutter und danach der Reest des Fanclubs. Nur noch 180km auf dem Rad...

BIKE

 

Auf dem Rad achte ich am Anfang sehr stark, dass meine Leistung im geplanten Bereich bleibt. Vor zwei Jahren habe ich hier auf jeden Fall zuviel Gas gegeben. Es liegen knapp 200 Watt an und es fühlt sich so leicht. Aber mehr darf ich nicht, sonst wird es sich in ein paar Stunden auf dem Marathon rächen. Ich muss mich also richtig zurücknehmen und bin auf den ersten 40km etwas langsamer als bei der Premiere. Das Wetter ist etwas frisch und es regnet. Das war so nicht vorhergesagt und ich frage mich wie das so weitergeht. Meine Füße sind seit dem Schwimmen nass, da aufgrund des Regens das Wasser von oben in die Radschuhe läuft. Auf den Abfahten werden die Füße richtig kalt. Bei km38 geht`s runter nach Greding und der Himmel klart etwas auf. Auf dem langen Anstieg gucke ich auch wieder penibel auf den Wattmesser und fahre viel langsamer als mein Gefühl mir sagen würde den Berg hoch. Auf der Kuppe ist die Strasse wieder trocken. Das war echt eine Erleichterung, da danach die längste und schnellste Abfahrt folgt, und dass bei Regen echt nicht witzig ist. Aber die Strassenverhältnisse sind gut und es wird auch etwas wärmer. Nächstes Ziel ist Hiltpoltstein wo die Familie das nächste mal steht. Der Solarer Berg treibt mir wieder die Tränen in die Augen. Das Gefühl hier hochgeschrien zu werden ist unglaublich. Nach einer kleinen Schleife geht`s wieder zurück durch Hiltpoltstein an der Familie vorbei. Just in dem Moment wo ich meine Fanclub am Streckenrand sehe überhole ich gerade einen anderen Teilnehmer. In dem Lärm, den die Zuschauer an der Stelle machen, bekomme ich

 

 

Mit der Weile ist es schon ganz schön heiß geworden. Die ersten 90km fahre ich jetzt mit einem Schnitt von 33km/h. Das bedeutet ich bin 20 Minuten schneller als ich geplant habe. Da ich langsam die Beine merke versuche ich ein wenig rauszunehmen. Eigentlich wollte ich auf der ersten Runde nur einen 30er Schnitt fahren. Hoffentlich rächt sich das hinten raus nicht. Der Weg nach Greding verläuft recht Problemlos und gerade auf den flachen Stücken mit Gegenwind versuche ich locker auf dem Rad zu bleiben. Greding ist wie in der ersten Runde wieder stimmungsmässig super. Aus dem Sattel rauskommen tut bei Kilometer 127 auch ganz angenehm. Nachdem ich den längsten Anstieg zum zweiten Mal erklommen habe denke ich auf der Abfahrt nach Obermässing schon wieder an das dritte Treffen mit der Familie. Das sind noch gut 20km, also nicht mehr lang. Die Sonne brennt und ich nehme bei jeder Verpflegungsstelle neue Flüssigkeit auf. Das ISO habe ich zwei Mal probiert und es ist nicht so mein Fall, also bleibe ich bei Wasser womit ich mein Gel-Gemisch aus der eigenen Flasche runterspüle. Kurz vor Hiltpolttein kommt das ührungsmotorrad an mir vorbei. Das bedeutet die Spitze kommt gleich. Kurze Zeit später knallt Niels Frommhold auf seiner Zeitfahrmaschine an mir vorbei. Das ist schon cool mit den Profis in einem Rennen zu fahren. Ich sage mir noch, der ist ja auch über eine Stunde vor mir gestartet, soooo viel schneller ist der also gar nicht ;-) Bei der Einfahrt nach Hiltpoltstein suche ich nach meinem Fanlclub und sehe ihn auch schon von weitem wie er jubelnd am Rand steht. Spitzen Verein! Danach geht`s zum zweiten Mal nach Solar hoch. Das ist so unbeschreiblich cool und wirklich einer der besten Momente des Triathlons! Oben gibt`s zum ersten Mal Cola bei der Verpflegung und ich trinke direkt ein paar große Schlücke und nehme noch eine Wasserflasche für die letzten 20km auf. Nach ein paar Minuten sehe ich wieder das Führungsmoped. Diesmal am Rand. Niels steht an seinem Rad im Graben mit noch jemandem. Krass. Später erfahre ich, dass er mit einer 70jährigen Age-Grouperin zusammengestossen ist und beim Sturz der Lenker gebrochen ist. Ganz schön bitter, vor allem auch bei dem Vorsprung. Ich runde mich also zurück und sehe am Ende der zweiten Runde zum vierten Mal meine Familie. Wieder ausgelassenes Anfeuern und ich weis es sind nur noch gut 10 Kilometer nach Roth. Auf dem Weg in die Wechselzone 2 nehme ich noch mal orderntlich raus, es muss ja noch ein wenig gelaufen werden. Trotzdem bekomme ich bei km 179 einen Krampfansatz im rechten hinteren Oberschenkelmuskel. So ein Dreck, das muss echt nicht sein. Ich versuche den Muskel etwas zu dehnen, was sich aber auf dem Rad als nicht so einfach herausstellt. Da kommt auch schon die Wechselzone und ich freue mich dass der Radsplit mit 5:34h fast 26 Minuten schneller als geplant ist.

 

WZ2

Beim Abstieg vom Rad merke ich dass die Schwerkraft ganz schön schwer ist und taumel etwas hilflos Richtung Wechselzelt. Das Rad wird mir sofort abgenommen (Mist, daran konnte ich mich also nur kurz festhalten) und ich bekomme kurz vor dem Zelt meinen Beutel gereicht. Im Zelt sind es gefühlte 50 Grad. Wieder eine super nette Helferin die mich beim Umziehen unterstützt. Ich habe es dabei gar nicht so eilig und setze mich erst mal auf eine Bank und ziehe mich um. Die Helferin schmiert mich noch etwas mit Sonnencreme ein und dann geht`s auch schon wieder los. Da mir im Magen zuletzt etwas unwohl war gehe ich mal kurz aufs Klo, in der Hoffnung das Problem dort loszuwerden, aber es kommt: nix. (So sollte das auch noch einen Tag lang bleiben) Also wieder raus und die Splittaste auf der Uhr gedrückt. Zweiter Wechsel in 4:27m.

RUN

Die Uhr zeigt nun 7:02h an als ich auf die Marathonstrecke gehe. Das bedeutet ich habe vier Stunden zeit um unter 11 Stunden ins Ziel zu kommen. Das wäre ja vorher mein Traum gewesen. Unter 12 Stunden ist OK, unter 11 wäre Perfekt. Mit der Gewissheit das heute zu schaffen eier ich auf dem ersten Kilometer rum. Laufen nach Radfahren fühlt sich so komisch an. Zum einen sind die Beine die harte Bewegung nicht gewohnt, zum anderen kommt man vom Rad wo man Geschindigkeiten bis 80km/h und einen 32er Schnitt hatte um jetzt mit 12km/h gefühlt wie eine Schnecke über den Kurs zu kriechen. Nach einem Kilometer piepst die Uhr: 4:29m für den ersten Kilometer. Das ist vieeeeeeeel zu schnell. Also versuche ich lockerer zu laufen, was aber nicht so ganz funktioniert. Zwar sind der zweite und dritte Kilometer mit 5:04m und 5:03m langsamer, aber da ging es auch den Berg hoch. Erst bei Kilometer 4-7 werde ich etwas langsamer und laufen so mit 5:20m über den Parcour. Der erste Wendepunkt ist am Kanal, wo man eine Zeit lang über den staubigen Fußweg läuft. In der Mitte der Kanalpassage singt eine Zwei-Mann-Band (Genauer: ein Mann mit Gitarre und eine Frau am Mikro) Die sind so schlecht dass ich mich frage ob die beabsichtigt zur Motivation dort sind, frei nach dem Motto: Bloss schnell weg hier. Es sind wirklich viele Verpflegungsstellen und auch überall Menschen an der Strecke. Ich merke dass das Laufen langsam immer schwerer wird und meine Zeiten auch weiter runtergehen. Aber das ist eigentlich nicht schlimm. Ich überschlage, dass ich ja für 4 Stunden nur 5:45m/km laufen muss. Also gehen die Zeiten auch in die Richtung und ich sage mir: Nur noch halten. Nach einer guten Stunde habe ich 12km rum und ich denke mir, dass das doch eigentlich echt gut ist. Bei Kilometer 12,5 steht wieder die Familie und mir wird langsam bewusst, dass ich nicht mehr lange weiterlaufen kann. Ich mache noch mal gute Miene zum bösen Spiel und freue mich alle zu sehen. Durch Roth ist es die ganze Zeit so voll, dass man sich gar nicht traut langsamer zu machen. Bei km 13 ist man wieder aus Roth raus und es geht 1-2km bergauf durch den Wald Richtung zweitem Wendepunkt in Büchenbach. Hier kann ich nicht mehr weiterlaufen und gehe weiter. Nach einiger Zeit kommt wieder eine Verplfegunsstelle mitten im Wald und ich setzt mich mit Gel, Cola & Red Bull an die Seite. Noch 30km. Was eine Scheisse. Wieso habe ich mich nur dafür angemeldet. Im Kopf sehe ich meine SUB11 verschwinden und bin zutiefst enttäuscht von mir. Um das Laufen habe ich mir nie sorgen gemacht. Letztes Jahr den Marathon in 3:10h gelaufen und echt fit auf den Beinen. Laufen ist beim Triathlon immer meine stärkste Disziplin wo ich viele Leute überhole. Und jetzt: Der Tank ist leer. Plötzlich eine Stimme: "Are you OK?" Ich blicke auf. Eine Engländerin beugt sich zu mir runter und sagt: "Believe in you, you have the strenght inside!" und zieht mich hoch. Ich fange wieder an zu gehen und sie läuft weiter. In meinem Kopf verdrängt ein Gedanke die Enttäuschung über das Verpassen der SUB11. Du willst diese Scheiss Medaille im Ziel und ins Stadion laufen. Egal wie lange es noch dauert, da komme ich an! LOS. Also fange ich wieder an zu laufen. Die Beine sind so etwas von schwer und ich sage mir: Nur noch 30km. Haha. Nur... Etwas später sehe ich von hinten die Engländerin, die mir eben aufgeholfen hat. Auch sie geht. Ich klopfe ihr auf die Schulter und sage nur: "Believe in you, you have the strenght inside!" Sie lacht mich an und beginnt auch wieder zu laufen. Wir kommen ins Gespräch und sind bis Büchebach zusammen unterwegs. Sie sagt es wäre ihre vierte Langdistanz aber sie wäre noch nie gegangen. Mit der Weile ist es auch richtig heiss und ich gehe bei den Verpflegungsstellen komplett durch um mich in Ruhe zu verpflegen. Immer ein Gel, Cola, Red Bull und am Ende etwas Wasser um die ekelhaft süssen Geschmack im Mund ein wenig rauszubekommen. Dazu auch immer zwei frische Schwämme mit kaltem Wasser in den Nacken und auf die Schulter unter das Trikot. Büchenbach ist als Stimmungsnest auch super. Zuerst geht`s in das kleine Dörfchen und dann um einen kleinen See herum und wieder zurück. Die Strecke durch den Wald ist dank des Schattens eigentlich sehr angenehm und geht in der Richtung nach Roth auch kontinuirlich bergab. In einem Kilometer steht wieder die Familie und ich weis nicht wie ich ihr sagen soll, dass es nicht läuft. Ich denke mir noch eine Formulierung wie: Ich bin mehr Wackelpuding als Iron, aber bekomme als ich da bin eigentlich nichts raus. Zu groß ist da wieder die Enttäuschung über meine Lauf-Leistung. Ich rufe ihnen aber noch zu, dass ich das schaffen werde und kämpfe mich weiter. Die Taktik ist: zwischen den Verpflegungsstellen laufen, und darin in Ruhe auftanken. Der Halbmarathon ist in etwas mehr als zwei Stunden vorbei. Ich rechne noch kurz: Das mal zwei und es könnte doch noch reichen, aber mir wird auch sofort bewusst, dass das an den ersten 12 Kilometern liegt. Also neues Ziel: SUB12. Ich rehne mir ab jetzt immer aus, ab wann ich bis ins Ziel gehen kann, um das noch zu schaffen. Aktuell noch knapp 3 Stunden für 21 Kilometer. Da muss ich noch etwas laufen. Der Weg wieder zum Kanal hoch ist echt hart, die lange Steigung zieht sich und ich bin froh als es wieder flacher wird. Am Kanal spielt immer noch die Spitzen Band. Mann ist das schlecht. Nach der Wende und der Verpflegung geht`s wieder runter nach Roth. Noch 3 Kilometer bis zur Familie durch die Innenstadt am Marktplatz vorbei. Die Stimmung am Rand nehme ich nicht mehr so voll war. Mein Körper schaltet langsam in der Überlebensmodus. Bei Kilometer 32 umarme ich jeden aus meiner Familie und bedanke mich für die super Unterstützung heute. Alle schauen etwas verdutzt, aber de Zeit ist mir zu diesem Zeitpunkt total egal. Ich weis, dass ich das schaffen werde und ich weis dass ich unter 12 Stunden bleiben werde. Nur noch 10 Kilometer. Die Steigung nach Büchenbach nehme ich bewusst mit einer Gehpassage um nicht zu viel Kraft zu verschwenden. Die Runde um den See läuft wesentlich besser als bei der ersten Runde und ich weis von hier gehts quasi direkt ins Ziel. Nur noch fünf Kilometer. Bei unserem Treffpunkt sehe ich nur noch Helena und Henry und meine Mutter. Ich umarme meine Fraun noch einmal und sage: Gleich habe ich es geschafft. Es ist nicht mehr weit. Als ich 15 Meter weiter von einer Frau einen Cola-Becher entgegennehme sagt sie zu mir: "Der kleine hat gerade total süß gewunken." Ich drehe mich noch mal um und winke den beiden zu. Die letzten Kilometer kommen irgendwoher Kräfte, die ich gerne früher gehabt hätte. Ich biege von der Runde ab Richtung Zielstadion, höchstens noch ein Kilometer. Ich drehe mich um und lasse etwas Abstand zu meinen Vorderleuten auf der Strecke. Ich will den Moment im Stadion geniessen und nicht in einem Pulk einlaufen. Kurz vor dem Stadion sind Sabrina und Michael und feuern mich noch einmal an. Und dann ist es soweit. Ich erreiche das Stadion. "Welcome to the home of triahlon!" Über den roten Teppich drehe ich meine Runde und kann es gar nicht richtig fassen. Ich habe es geschafft. 3,8km Schwimmen - 180km Rad - 42,2km Laufen - 226 Kilometer. Ich laufe durch den Zielbogen bei 11:27h und bekomme meine Medaille umgehängt.

 

 

 

Ganz schön schwer das Teil. Ob wegen der Medaille oder aufgrund totaler Erschöpfung zieht es mich auf den Boden und ich bin froh mich gerade nicht mehr bewegen zu müssen. Nach einer Weile des Stimmung geniessens im Stadion begebe ich mich in Richtung Versorgungszelt. Als ich gerade über den Steg gehe sehe ich meine Schwester und Michael die mir als erste gratulieren. Ein erstes Zielfoto für die anderen, damit die Wissen ich bin lebend angekommen. Hinter mir werden in der kurzen Zeit zwei Athleten auf einer Bare vorbeigetragen. Das Wetter und der Wettkampf fordern ihren Tribut.

 

Im Versorgungszelt versuche ich etwas zu mir zu nehmen, aber es ist alles ekelhaft. Von der ganzen Gels, Cola & Red Bull habe kann ich echt nix süsses mehr sehen. Wasser geht auch nicht mehr. Mir ist einfach grundsätzlich etwas schlecht. Also hole ich meinen Beutel und gehe Duschen. Etwas wakelig aber zufrieden komme ich aus der Dusch und ziehe mir trockene Kleidung an. Das tut gut. Ein Blick auf das Handy: 156 neue WhatsApp nachrichten. Das meiste Glückwünsche. Krass wieviele das am Ticker mitverfolgt haben. Ich mache mich auf dem Weg zu meiner Familie. Im Schatten eines Baumes lasse ich mich ins Gras fallen und nehme meinen Sohn in den Arm. Er hat von Helena ein Shirt bekommen wo "Mein Papa ist ein Ironman" drauf steht. Natürlich in rot auf schwarz. Ich muss lachen. In mir kämpft derzeit die Enttäuschung über die schlechte Laufleistung mit dem Stolz das ganze in 11:27h geschafft zu haben. Es sollte noch ein paar Tage dauern bis der Stolz die Oberhand gewinnt.

 

 

 

 

Abends waren wir noch im Stadion bei der Abschlussparty. Um bis 23 Uhr kommen die letzten Teilnehmer ins Ziel und die Stimmung ist sensationell gut. Danach wurde ein kleiner Film vom Tag mit dem Titelsong Legendary gezeigt. Das Motto war ja "My Race - My Legend" und bei den Bildern läuft mir nochmal ein Schauer über den Rücken. Zum Abschluss gibt es dann noch ein großes Feuerwerk welches ich mit Helena im Arm und mit Sabrina & Michael anschaue. Ein traumhafter Abschluss einer Spitzenveranstalltung.

 

An dieser Stelle möchte ich mich auf jeden Fall bei meiner Familie bedanken die mich bei diesem Projekt unterstützt hat! Es war eine schöne Zeit in Roth mit euch!

Insbesondere auch Danke an Helena, die ja nicht nur die Woche vor Ort mitgemacht hat, sondern mich auch vorher unterstützt hat so dass ich immer gut trainieren konnte.

Im Ziel sagte ich zu meiner Familie: Das mache ich nie wieder! Aber das Gehirn ist schon eine faszinierende Sache. Mit der Zeit vergisst man den Schmerz und nur das Gute bleibt in Erinnerung. Als ich mit Helena ein paar Tage später zu Hause einen Bericht über Roth im Fernsehen anschaue, fragt sich mich im Anschluß ob ich immer noch dabei bleibe das nie mehr zu machen. Ich gucke sie von der Seite an und sie sagt: "Das habe ich mir schon gedacht" Irgendwannn muss ich da noch mal hin und dann schaffe ich die SUB11. Mit der Laufstrecke habe ich noch eine Rechnung offen...